Testify Vertragsbedingungen

 

dataformers GmbH
Gewerbepark Urfahr 6+8
4040 Linz
FN 264509i

(in Folge kurz „Hersteller“)

 

Vertragsbedingungen

 

Abonnement

  1. dataformers ist Hersteller der Software „Testify“ und stellt diese über einen Cloud-Service („Software-As-A-Service“ oder „SaaS“) seinen Nutzern zur Verfügung. Die regelmäßige Nutzung von Testify als SaaS erfolgt im Rahmen eines Abonnements, bei dem regelmäßig Nutzungsentgelte an den Hersteller bezahlt werden. Im Gegenzug erhält der Nutzer monatlich ein Guthaben an „Credits“, die die Nutzung von Programmfunktionen ermöglicht.
  2. Das Abonnement startet grundsätzlich am jeweils 1. des auf die Vertragsunterzeichnung folgenden Monats.

 

Credit-Verrechnungssystem

  1. Als Basis für die Verrechnung dienen „Credits“, die je nach Umfang der Nutzung der Software nach einem „Pay-Per-Use“-Prinzip verbraucht werden. Der Umfang der Nutzung wird gemessen an der Menge der in Testify durchgeführten Einzelprüfungen („ein Check“) und erfassten Mängeln.
  2. Wird ein Check ausgeführt, werden vom Credits-Konto des Nutzers 10 Credits abgezogen, und zwar unabhängig davon, ob die Prüfung selber positiv oder negativ bewertet wurde. Die Häufigkeit der Änderungen an einer Einzelprüfung (zB Änderung eines Messergebnisses, Erfassung eines Mangels, etc.) spielt keine Rolle und führt zu keiner zusätzlichen Verrechnung.
  3. Wird ein Mangel erfasst, werden vom Credits-Konto des Nutzers 80 Credits abgezogen. Die Häufigkeit der Änderungen an einem Mangel (zB Weiterleitung an einen Mitarbeiter, inhaltliche Ergänzungen, Anfügen einer Multimedia-Datei, Abschluss, etc.) spielt keine Rolle und führt zu keiner zusätzlichen Verrechnung.
  4. Neu erfasste Mängel und Checks werden laufend, zumindest aber ein Mal täglich, gegen das Credits-Konto des Nutzers verrechnet.

 

Nutzung von Programmfunktionen

  1. Der Nutzer ist berechtigt, jede Funktion der Software ohne Einschränkung zu verwenden. Sämtliche Kosten sind über das Credits-Verrechnungssystem abgedeckt.
  2. Der Hersteller behält sich vor, das Credits-Verrechnungssystem um einzelne, in der Erstellung oder im Betrieb besonders aufwendige Funktionen zu ergänzen. In diesem Falle wird der Nutzer vor Einführung einer solchen neuen Funktion rechtzeitig schriftlich informiert. Der Nutzer ist nicht verpflichtet, derartige Zusatzfunktionen tatsächlich zu nutzen.

 

Verrechnung

  1. Der Nutzer schließt mit dieser Vereinbarung ein zeitlich unbeschränktes Abonnement ab, auf dessen Basis er
    periodisch Credits für die Durchführung obiger Funktionen erwirbt.
  2. Die Verrechnung erfolgt jeweils Vorab bis zu 10 Kalendertage vor Beginn einer neuen Bezahlperiode.
  3. Bei monatlicher Abrechnung vereinbaren die Parteien ein Zahlungsziel von 10 Kalendertagen. Bei jährlicher Abrechnung werden 30 Kalendertage als Zahlungsziel vereinbart.
  4. Der Nutzer stimmt einer elektronischen Übermittlung von Rechnungen in Form von PDF-Dateien zu. Zu diesem Zweck gibt der Nutzer eine E-Mail-Adresse bekannt, an die Rechnungen des Herstellers als Anhang versendet werden können.
  5. Zahlungen erfolgen jeweils ohne jegliche Abzüge.

 

Abonnement-Stufe

  1. Der Hersteller bietet unterschiedliche, auf das jeweilige Nutzungsverhalten optimierte Abonnements an, die sich im Umfang der damit erworbenen Credits und in der Bezahlperiode unterscheiden. Die vereinbarte Bezahlperiode entspricht der Mindestlaufzeit der jeweiligen Vereinbarung.
  2. Unabhängig von der Bezahlperiode erfolgt die Gutschrift von Credits auf das Credits-Konto des Nutzers jeweils am 1. eines jeden Kalendermonats.
  3. Wurde eine jährliche Bezahlperiode vereinbart, umfasst das Abonnement jeweils zwölf einzelne monatliche Credit-Gutschriften.
  4. Dem Nutzer werden einmalig nach Vertragsunterzeichnung Credits im Umfang eines Monatskontingents, jedoch mindestens 8.000 und maximal 24.000 Credits, zusätzlich kostenlos gutgeschrieben. Diese Credits kann der Nutzer auch für einen Produktivbetrieb frei verwenden, dienen aber grundsätzlich für Einschulungsmaßnahmen, Programm­tests, etc.
  5. Sind am Ende eines Monats noch Credits der aktuellen Periode übrig, bleiben diese für die Folgemonate erhalten. Credits müssen jedoch längstens neun Monate nach dem jeweiligen Erwerb verbraucht werden. Danach verfallen erworbene Credits und können nicht mehr für Aktionen in der Software genutzt werden. Gutschriften oder Rückerstattungen für verfallene Credits durch den Hersteller an den Nutzer werden ausdrücklich ausgeschlossen.
  6. Sind die mit dem gewählten Paket erworbenen Credits bereits vor Ende der monatlichen Periode erschöpft, kann die Nutzung trotzdem fortgesetzt werden. Die Übernutzung wird zusätzlich mit Beginn der folgenden Verrechnungsperiode in Rechnung gestellt werden. Die zusätzlichen Kosten werden dabei wie folgt berechnet: [Anzahl zusätzlich verbrauchter Credits der Periode] dividiert durch [erworbene Credits der Periode] multipliziert mit [Abonnementpreis der Periode]
  7. Der Hersteller ist bei signifikanter Mehrnutzung innerhalb einer Bezahlperiode (>25%) gemäß Punkt (18) berechtigt, den Mehrverbrauch schon jederzeit vor Ablauf einer Bezahlperiode abzurechnen.
  8. Der Nutzer verpflichtet sich, die Mehrnutzung der Software entsprechend obigen Bestimmungen nach Verrechnung durch den Hersteller umgehend zu bezahlen.
  9. Ein Wechsel auf eine andere Abonnement-Stufe laut Preisliste ist innerhalb einer Bezahlperiode nicht möglich.
  10. Spätestens fünfzehn Werktage vor Ablauf einer Verrechnungsperiode ist es möglich, die Abonnement-Stufe für die nächste Bezahlperiode anzupassen. Diese Änderung ist nur dann gültig, wenn sie seitens des Herstellers nachvollziehbar (zB durch E-Mail-Nachricht) bestätigt wurden oder die Änderung künftig durch eine entsprechende Funktion in der Software selber durchgeführt wurde. Eine solche Änderungsfunktion ist derzeit nicht vorhanden.

 

Kündigung

  1. Eine ordentliche Kündigung des Abonnements ist jederzeit möglich, wobei dies schriftlich spätestens 15 Werktage vor Beginn der jeweils nächsten Bezahlperiode erfolgen muss. Der letzte Tag der Zurverfügungstellung durch den Hersteller und der Zahlungspflicht des Nutzers ist dann der letzte Tag der jeweils aktuellen Bezahlperiode. Erfolgt keine Kündigung, verlängert sich das Abonnement automatisch um eine weitere Bezahlperiode. Im Falle einer ordentlichen Kündigung erfolgt keine Rückerstattung von bereits bezahlten und zur Verfügung gestellten Credits.
  2. Ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht für den Nutzer nur in bestimmten Fällen, nämlich dann, wenn
    • über den Hersteller Konkurs eröffnet wird; oder
    • der Hersteller die Software wiederholt nicht innerhalb des vereinbarten Service-Levels zur Verfügung stellt.
  3. Ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht für den Hersteller nur in bestimmten Fällen, nämlich dann, wenn
    • über den Nutzer Konkurs eröffnet wird; oder
    • der Nutzer wiederholt in Zahlungsverzug gerät.
  4. Nach Ablauf des Abonnements wird die Software dem Nutzer für weitere 30 Tage kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Software wird vom Hersteller dabei dergestalt eingeschränkt, sodass keine Datensätze mehr hinzugefügt oder geändert werden können. Vorhandenen Daten können vom Nutzer gelesen und gegebenenfalls für die weitere Verwendung exportiert oder gesichert werden. Nachablauf dieser Nachfrist wird der Hersteller die Daten des Nutzers innerhalb von weiteren 30 Tagen komplett löschen.

 

Software-as-a-Service (SaaS)

  1. Der Hersteller stellt Testify in einem SaaS-Modell über das Internet zur Verfügung. Dies beinhaltet den Betrieb aller für die Software notwendigen Server-Komponenten für den Nutzer.
  2. Der Hersteller entwickelt Testify laufend weiter. Die zur Verfügung gestellten Systeme müssen daher regelmäßig aktualisiert werden. Größere Aktualisierungen mit maßgeblich veränderten Funktionen werden mindestens zwei Wochen vor der Aktualisierung angekündigt und dem Nutzer zum Testen zur Verfügung gestellt. In zukünftigen Testify-Programmversionen wird der Nutzer innerhalb eines eingeschränkten Rahmens von mehreren Wochen selber über den Zeitpunkt der Aktualisierung seines Systems entscheiden können. Diese Funktion steht aber derzeit noch nicht zur Verfügung.
  3. Zur Nutzung der Software können auf PC-Systemen vom Hersteller freigegebene Webbrowser genutzt werden. Für mobile Endgeräte werden spezielle Anwendungen zur Verfügung gestellt. Der Hersteller übermittelt auf Anfrage des Nutzers eine jeweils aktuelle Liste mit kompatiblen Geräte-Klassen.
  4. Für die ordnungsgemäße Funktion von Endgeräten und deren Konnektivität ins Internet ist ausschließlich der Nutzer verantwortlich.
  5. Alle Testify-Server-Komponenten werden auf Rechenanlagen von spezialisierten Cloud-Service-Providern (kurz: „Provider“) betrieben. Der Hersteller verpflichtet sich dazu, Daten von Nutzern aus
    • Deutschland und Österreich in einem der beiden Länder
    • anderen europäischen Ländern in einem EU-Land
    • anderen Ländern in jeweils geographisch passend gelegenen Rechenzentren zu verarbeiten. Zur Sicherung von Daten und zur Gewährleistung eines Rund-um-die-Uhr-Betriebs ist es dem Hersteller gestattet, Kopien der Daten des Kunden georedundant an anderen Standorten des Providers vorzuhalten.
  6. Der Hersteller verpflichtet sich zur größten Sorgfalt bei der Auswahl von möglichen Providern und wird besonderes Augenmerk auf zertifizierte Sicherheitsvorkehrungen legen. Der Nutzer ist jederzeit berechtigt, Auskunft darüber zu erhalten, bei welcher Provider und an welcher Rechenzentrumslokation seine Daten gespeichert und verarbeitet werden.
  7. Nach Abschluss des Abonnements werden dem Nutzer eine Benutzer-ID und ein Initial-Passwort für den Administrator-Zugang für Testify zur Verfügung gestellt. Der Nutzer ist dafür verantwortlich, Anmeldedaten sicher zu verwahren. Sicherheitsvorfälle, wie ein möglicher Missbrauch Ihrer Anmeldedaten, sind unverzüglich dem Testify Support mitzuteilen.

 

Service Level

 

  1. Der Hersteller stellt dem Nutzer kostenlosen Support bereit. Support-Anfragen können ausschließlich schriftlich per E-Mail-Nachricht an support@testify.io erfolgen. Der Hersteller wird nach dem „Best-Effort-Prinzip“ versuchen, dem Nutzer bei der Lösung seines Problems zu unterstützen.
  2. Der Nutzer wird sicherstellen, dass ausschließlich von ihm ernannte Key-User Support-Anfragen an den Hersteller stellen.
  3. Testify wird auf Rechenanlagen von Providern betrieben, die 24x7-Betrieb ermöglichen.
  4. Wartungsarbeiten an Produktivsystemen werden grundsätzlich ausschließlich zwischen 22 Uhr und 4 Uhr (kurz: „Wartungszeitraum“) durchgeführt und wenn möglich zuvor angekündigt.
  5. In sehr dringenden Einzelfällen können auch außerhalb des normalen Wartungs­zeitraums Arbeiten an der Server-Software notwendig sein und entsprechend durchgeführt werden.
  6. Der Hersteller kann jeweils maximal jene Verfügbarkeit seiner SaaS-Dienste gewährleisten, die ihm auch der Provider entsprechend seiner Nutzungsbestimmungen zusichert. Der Hersteller übernimmt keine Verantwortung für das Nichteinhalten der Service-Level-Zusagen des Providers.
  7. Nicht zum „Produktivsystem“ werden etwaige Demo-Systeme, Preview-Systeme, etc. gezählt, die nicht explizit für den Produktiveinsatz beim Nutzer vorgesehen sind. Solche Systeme stellt der Hersteller freiwillig für Testzwecke zur Verfügung. Eine bestimmte Funktionstüchtigkeit oder Verfügbarkeit wird daher nicht zugesagt.
  8. Der Hersteller haftet für Einschränkungen oder Be­einträchtigungen des SaaS-Dienstes nur dann, wenn er diese durch grobe Fahrlässigkeit selber hervorgerufen hat.
  9. Der Nutzer kann mit dem Hersteller eine gesonderte Service-Level-Vereinbarung abschließen, die obige Bestimmungen ergänzt. Eine solche Vereinbarung hat jedenfalls schriftlich zu erfolgen.

 

Sonstige Vereinbarungen

  1. Preise, die im Zusammenhang mit diesem Abonnement vereinbart wurden, sind wertgesichert. Der Hersteller passt die Preise jeweils im Jänner eines jeden Jahres um die jeweilige Inflationsrate im Jahresvergleich an. Die Auswahl des passenden Indexwertes (zB VPI, HVPI, Kollektivlohnerhöhungen, etc.) obliegt dem Hersteller. Die Anpassung erfolgt automatisch.
  2. Vereinbarungen aus diesem Vertrag haben Vorrang gegenüber einseitigen Erklärungen des Herstellers in Preislisten oder sonstigen Unterlagen.
  3. Preise für Dienstleistungen, Support, Hardware, etc. können den jeweils gültigen Preislisten entnommen werden.
  4. Der Nutzer gestattet dem Hersteller eine oberflächliche Projektbeschreibung zu verfassen und stimmt zu, als Kundenreferenz inkl. etwaiger Firmenlogos auf Verkaufsunterlagen und den Webseiten des Herstellers aufzuscheinen.
  5. Überträgt der Hersteller Eigentumsrechte oder umfängliche Vertriebsrechte der Software Testify an einen Dritten, stimmt der Nutzer bereits jetzt zu, dass sämtliche Zusagen gegenüber dem Hersteller auch gegenüber dem neuen Eigentümer Bestand haben. Voraussetzung dafür ist, dass der neue Eigentümer sämtliche Rechte und Pflichten aus dieser Vereinbarung ohne Änderungen übernimmt. Der Parteien vereinbaren also, dass ein neuer Eigentümer oder Vertriebspartner lückenlos den Hersteller substituiert. Eine Änderung der Eigentumsverhältnisse an Testify löst jedenfalls kein außerordentliches Kündigungsrecht aus.
  6. Für alle Streitigkeiten, die sich aus diesem Vertrag ergeben, wird als Gerichtsstand das sachlich zuständige Gericht in Linz/Oberösterreich vereinbart.